KI, die bessere Teamkollegin

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00:00:05: Der Exodus der Journalistinnen hält an, zeigt unsere jährliche Analyse.

00:00:10: Das hat auch mit einer neuen Grundsatzfrage zu tun – wie viel Mensch ist im Journalismus überhaupt noch nötig?

00:00:17: KI Die bessere Teamkollegen.

00:00:22: Ein Beitrag von Philipp Albrecht und Dennis Bühler vorgelesen von einer synthetischen Stimme.

00:00:29: Wer verstehen will, wie sich künstliche Intelligenz auf den Journalismus auswirken wird kommt an Mark Waldern nicht vorbei.

00:00:36: Keiner in der Schweizer Medienbranche spricht lieber und ausdauernder über KI als der CEO von Ringier.

00:00:43: Anfang Mai steht Walder im Zürcher Kino Corso auf der Bühne, und spricht vor seinen Angestellten während einer knappen Stunde ausschließlich über dieses Thema.

00:00:52: Das Ringierpersonal sitzt mit Popcorn auf dem Schoß im Saal oder schaut aus neunzehn Ländern online zu.

00:00:59: Noch bevor er auftritt bekommen die Zuschauerinnen ein dreieinhalbminütiges Meisterstück digitaler Technik zusehen.

00:01:06: Auf der Leinwand trifft ein KI-generierter Mark Walder in der Zürcher Innenstadt auf Wildschweine, er rast mit dem Motorrad durch Seefeld, schießt einen Selfie mit den Beatles und sitzt schließlich neben Forestgump auf einer Parkbank.

00:01:20: Ein dramatisch vertonter Kurzfilm mit verblüffend realistischen Aufnahmen in Hollywood Ästhetik.

00:01:26: Dabei beruht der Film lediglich auf zwei sechssekündigen Videos und vier Selfies – den Rest besorgten KI-Tools!

00:01:34: Nicht ganz so unterhaltsam gerät Walders anschließende Rede, aus der vor allem zwei Botschaften beim Personal Hängen geblieben sein dürften.

00:01:42: Erstens KI ist gefährlich und großartig zugleich.

00:01:47: Zweitens nutzt sie oder macht euch überflüssig.

00:01:51: Wir die jedes Jahr zählen wie viele unserer Berufskollegen dem Journalismus den Rücken kehren fragten uns nach Waldas Film und seiner Rede.

00:01:59: Werden wir in zwanzig Jahren auf diesen Tag zurückblicken und sagen danach sei nichts mehr gewesen wie zuvor?

00:02:05: Oder übertreibt Walder mit seiner KI-Euforie, die auf uns wie eine Dystopie für den Journalismus wirkt?

00:02:12: Aber der Reihe nach.

00:02:14: Erst schauen wir uns das Resultat unserer jüngsten Auswertung an.

00:02:18: Zweitausendfünfundzwanzig sind mindestens hundert acht Kolleginnen aus dem Journalismus ausgestiegen – fast so viele wie im letzten Jahr!

00:02:26: Die komplette Liste finden Sie am Ende dieses Texts.

00:02:29: Seit Jahrzehnte und Jahrzehn aussteigen wir pro Jahr.

00:02:35: Sie arbeiten inzwischen als Sprecherin einer kantonalen Behörde, als Beraterin in einer PR-Agentur oder als Lehrer an einer Sekundarschule.

00:02:44: Nicht alle wechseln freiwillig den Beruf!

00:02:47: Das seit Jahren schrumpfende Angebot auf dem Medienmarkt drängt sie in andere Branchen oder in die Selbstständigkeit.

00:02:54: Weil weniger Menschen bereit sind, für Journalismus Geld auszugeben und die Unternehmen lieber bei Google oder auf Social Media Werbung schalten mussten die Verlage sparen.

00:03:04: Und müssen es noch immer!

00:03:06: Hier kommt künstliche Intelligenz ins Spiel.

00:03:09: In den letzten zwölf Monaten hat sich ihre Entwicklung noch einmal massiv beschleunigt.

00:03:13: Es gibt nichts das den Journalismus stärker beeinflusst und verändert.

00:03:18: Für uns ist sie Fluch-und Segen zugleich.

00:03:21: Sie erleichtert vieles.

00:03:23: Wir finden Informationen schneller, lassen Texte übersetzen oder zusammenfassen.

00:03:29: Doch zugleich fürchten wir dass KI das Vertrauen in den Journalismus untergräbt und unsere Jobs gefährdet.

00:03:36: Zwar gibt es in den Schweizer Redaktionen noch keine Massenkündigungen die direkt auf Effizienzgewinne durch KI zurückzuführen sind aber wir beobachten, dass Kolleginnen aussteigen weil sie wegen der rasanten technologischen Entwicklung keine Zukunft mehr im Beruf sehen Und dass deswegen der Journalismus, wie einige andere Berufe auch für junge Menschen stark an Anziehungskraft verliert.

00:04:01: Medienhäuser müssen sparen – KI hilft dabei!

00:04:06: Die KI wirkt wie ein Brandbeschleuniger für Sparmaßnahmen.

00:04:10: Die Medienhäuser wenden die neuen Tools dort an wo das Sparpotenzial groß ist und die Leserschaft wenig davon mitbekommt.

00:04:18: Zum Beispiel im Korrektorat.

00:04:21: Der Verlag CH-Media Der Titel wie die Aargauer Zeitung, die Luzerner Zeitung und das Sankt Gallatagblatt herausgibt hat im vergangenen Jahr ein KI-basiertes System für die Textkorrektur eingeführt und fünf Angestellten im Korrektorat gekündigt.

00:04:37: Beispiele dieser Art gibt es in der Schweizer Medienbranche viele – auch die Republik hat sich für eine KI Anwendung entschieden als dass Geld vor zwei Jahren knapp wurde.

00:04:47: Wir beendeten damals die Zusammenarbeit mit acht freien Sprecherinnen, die unsere Beiträge vertont hatten und konnten dank KI unsere Ausgaben pro Jahr um hundertfünfzigtausend Franken reduzieren ohne direkt beim Journalismus sparen zu müssen.

00:05:02: Bei den großen Medienhäusern vermischt sich die Freude über das Sparpotenzial zunehmend mit der Angst bahnbrechende technologische Entwicklungen zu verpassen.

00:05:11: So testet Tamedia seit zwei Jahren Anwendungen, die Abläufe vereinfachen und gleichzeitig große Einsparungen versprechen.

00:05:19: Vor einem Jahr berichteten wir über das Projekt Liquid Content bei dem journalistische Inhalte mithilfe von KI für andere Kanäle weiterverarbeitet werden.

00:05:29: So lässt sich mit minimalem Aufwand aus einem Zehntausendzeichen-Interview im Tagesanzeiger eine dreitausend Zeichenzusammenfassung.

00:05:39: Seither hat das Zürcher Medienhaus weiter aufgerüstet.

00:05:42: Inzwischen benutzt es über dreißig Tools, um Themen zu finden, zu recherchieren, Artikel zu strukturieren, Quellen zu überprüfen oder einfach Texte zu optimieren.

00:05:53: Tamedia-Chefin Jessica Peppel-Schultz orientiert sich stark am Deutschen Verlagshaus Ippenmedia –das Achtzig Regionalportale betreibt– darunter die Frankfurter Rundschau und merkur.de.

00:06:07: Im November twenty-fünfundzwanzig hielt Ippn Chefredaktor Markus Knall bei Tamedia ein Referat zu seiner KI Strategie, das nicht folgenlos bleiben sollte.

00:06:17: Knall gilt als einer der größten KI Euphoriker unter den Medienmanagern im deutschsprachigen Raum.

00:06:23: Er propagiert vor allem die Personalisierung von journalistischen Inhalten, die dazu führt dass die Menschen nicht mehr alle dieselben Artikel lesen sondern individuell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Informationen.

00:06:36: In seinem Referat bei Tachmedia zeichnete er das Bild einer Lokalredaktion der Zukunft, in der nur noch ein einziger Redaktor den Output erzeugt für den es zuvor mehrere brauchte.

00:06:48: Dieser Redaktur fragt dann die KI nach Geschichten oder gibt ihr Texte in Auftrag und steuert so zehn, zwanzig, fünfzig Texte am Tag, die er letztlich noch prüft?

00:06:59: Knall sagt – Er ist dann am Ende wie ein Mini-Chefredakteur!

00:07:03: Videoausschnitte des Referats liegen der Republik vor.

00:07:07: Tamedia-Chefin Peppel Schulz teilte ihre Begeisterung über Knallsreferat auf LinkedIn.

00:07:13: Das hat mich wirklich bewegt, schrieb sie.

00:07:16: Manchmal sitzt man in einem Raum, hört zu, spricht, sieht und spürt dann plötzlich diese ganz besondere Energie.

00:07:24: In den Redaktionen war die Begeesterung nicht ganz so groß wie mehrere Gesprächspartner berichten.

00:07:30: Es sei deutlich geworden, in welche Richtung es bei Tamedya gehen wird sagt ein Journalist.

00:07:35: Ein anderer beschreibt es so, Knall äußerte sich nicht darüber ob es künftig weniger Journalisten brauchen wird was auch dumm gewesen wäre denn allen war klar dass das auf einen großen Abbau hinausläuft.

00:07:49: Auf Anfrage schreibt der Mediasprecherin Carla Peter-Hans Es existiert keine Kooperation oder strategische Zusammenarbeit mit dem deutschen Medienhaus IPN Media zur Einführung von KI Tools Aber man stehe weltweit mit verschiedenen Medienhäusern im regelmäßigen Austausch.

00:08:07: Was wir daneben auch noch hören, Knalsreferat hat einige Journalisten angespornt Teile ihrer Texte von KI schreiben zu lassen und das wiederum dürfte im Interesse der Unternehmensleitung liegen.

00:08:21: Journalisten sollen Tools nutzen, mit denen sie sich abschaffen.

00:08:26: Behandelt KI wie einen Teamkollegen, sagte Ringe Chef Mark Walder in seiner Rede im Kino Corso.

00:08:33: Was wie ein Ansporn klingt, ist eigentlich als imperativ gemeint.

00:08:37: Denn aus Sicht der Unternehmensführung die viel Geld in KI-Tools investiert verwendet das Personal die Technologie noch viel zu wenig.

00:08:46: Das Thema KI sei nicht so durchgedrungen wie es sollte, sagte Ladina Heimgartner Head Global Media bei Ringier Ende April an einer internen Onlineversammlung Und bevor ein KI verantwortlicher den Mitarbeiterinnen, die vielen Anwendungen erklärte, setzte sie zu einem Appell an, den man durchaus als Warnung verstehen kann.

00:09:06: Die, die damit umgehen können werden hier im Haus wie auch irgendwo sonst deutlich bessere Chancen haben.

00:09:13: Wir bieten relativ viel an.

00:09:14: profitiert davon und nehmt diese Chance wahr!

00:09:18: Die Worte von Heimgartner & Walder sorgen gleich auf zwei Ebenen für unbehagen in den Ringier-Redaktionen.

00:09:25: Zum einen müssen die Journalisten einen virtuellen Team-Kollegen einführen, der sie mittelfristig überflüssig machen könnte.

00:09:33: Und falls es doch nicht die KI sein sollte, die ihnen den Job streitig macht, dann ist es der KI-affine Kollege aus Fleisch und Blut – wer die KI nutzt wird den übertreffen, der Sie nicht nutzt!

00:09:44: So drückte es Walder in seiner Rede aus….

00:09:47: Zum anderen wird von den Ringier-Mitarbeiterinnen verlangt, mit Produkten von US-Techkonzernen zu arbeiten.

00:09:54: Darunter zwei von Palantir.

00:09:56: Mehr als einmal betonte Walder bei seinem Auftritt, dass Ringierjournalisten die Anwendungen bedenkenlos mit ihren sensiblen Daten füttern könnten.

00:10:06: Doch im Umgang mit vertraulichen Informationen sind bei Palantír Zweifel angebracht.

00:10:11: Palantyr ist ein hochgradig fragwürdiges Unternehmen, sagt Reto Vogt Experte für KI, Medien und Technologie sowie Studienleiter am Institut für Journalismus und Kommunikation MAZ in Luzern.

00:10:26: Entsprechend problematisch ist es das Ringier derart eng mit Palantir zusammenarbeitet.

00:10:32: Das kalifornische Unternehmen entwickelt Software für zivile und militärische geheimdienstliche sowie polizeiliche Zwecke.

00:10:40: Die US-Ausschaffungsbehörde ICE macht mit Hilfe von Palantirprodukten Jagd auf Migrantinnen in den USA.

00:10:47: Die israelische Armee verwendet sie unter anderem bei ihrer Gasauffensive.

00:10:51: Ende Januar reichte Palantia eine Klage gegen die Republik ein, weil wir nach Berichten über ihre Schweizer Aktivitäten die Veröffentlichung einer Gegendarstellung verweigerten, die das Unternehmen verfasst hatte.

00:11:03: Der Fall ist vor dem Zürcher Handelsgericht hängig.

00:11:07: Leserinnen wissen nicht, wie viel KI im Journalismus steckt.

00:11:13: KI flutet das Internet!

00:11:15: Inzwischen würden mehr Inhalte von Maschinen als von Menschen produziert", sagte Mark Walder in seiner Rede.

00:11:21: Deshalb sei es wichtig, dass die vertrauenswürdigen Medienmarken von Ringier keine Inhalten publizieren, die nicht zuvor von Menschen abgesegnet wurden.

00:11:29: Hinter jedem Inhalt den wir veröffentlichen steht eine redaktionelle Entscheidung.

00:11:34: Walder ist nicht der einzige Medienmanager, der den menschlichen Einfluss betont.

00:11:39: Aus gutem Grund um Fragen zeigen das Leserinnen kein Geld für KI-generierten Journalismus ausgeben wollen.

00:11:46: Doch genau das bekommen sie immer öfter vorgesetzt ohne darüber informiert zu werden.

00:11:51: Tamedia publiziert in den gedruckten Ausgaben seiner Regionalzeitungen Mitteilungen von Gemeindebehörden die von KI umgeschrieben wurden aber nicht als KI generiert erkennbar sind.

00:12:03: Tamedia will darin keinen Verstoß gegen die eigenen Richtlinien sehen, wie das Unternehmen auf Anfrage von WNTI mitteilte.

00:12:12: In den Richtlinie steht «Solche automatisch erstellten Inhalte seien immer klar als KI unterstützt gekennzeichnet».

00:12:20: Der Widerspruch ist aus Sicht von Tamedia keiner – da die Verantwortlichen solche Texte als redaktionelle Beiträge definieren, weil Menschen den KI-Entwurf noch prüfen, überarbeiten und freigeben würden.

00:12:33: Aber was bedeutet prüfen, überarbeiten und freigeben?

00:12:38: In den Richtlinien ist das nicht definiert.

00:12:41: Es ist möglich dass ein Journalist am Ende des Prozesses nur noch kurz den Text durchgeht und ein Wort oder zwei umschreibt.

00:12:48: So schnell verschwinden die klaren Grenzen zwischen Mensch und Maschine – und das nicht nur bei Tamedia!

00:12:55: Beim Blick Der wichtigsten Zeitung des Ringier-Verlags unterstützte die letzten zwei Jahre der animierte Roboterkäfer BliKi-Journalisten bei der Arbeit.

00:13:04: Auf Verlangen von Redaktorinnen schrieb er Medienmitteilungen oder Polizeimeldungen um und fasste Artikel von anderen Medien für Blickpunkt CH zusammen.

00:13:14: Zum Teil trat er auch neben Blickredaktoren als Co-Autor auf.

00:13:18: Die BliKI Einsätze hat Ringier bis vor kurzem transparent gemacht, doch damit ist jetzt Schluss.

00:13:24: Im Frühling wurden die KI-Guidelines überarbeitet und die Deklaration der BliKi-Präsenz stark reduziert.

00:13:31: Neu steht nur noch KI drauf, wenn wirklich kein Mensch mehr den Text durchgelesen hat – das kann bei einer Fußballspielvorschau oder beim Chatbot der Fall sein!

00:13:40: Bemerkenswert ist, dass Mark Walder kurz zuvor in einem Interview mit der Ence Set am Sonntag gesagt hatte, Medien müssten die Regeln so festsetzen, daß ihre Glaubwürdigkeit nicht gefährdet sei….

00:13:52: Die Medienindustrie muss transparent machen, was von KI generiert ist und was nicht.

00:13:57: Nachdem das Medienportal persönlich auf den Widerspruch bei Bleakie hingewiesen hatte antwortete die Ringier-Medienstelle es gebe keinen Rückzug von Transparenz sondern eine Verschiebung hin zu einer für das Publikum relevanteren Form.

00:14:12: mit anderen Worten Die Ringier-Verantwortlichen gehen davon aus, dass es die Leserschaft eher stört wenn am Ende eines Textes steht das KI am Werk war.

00:14:23: Doch als das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft VöG der Universität Zürich zwei tausend vierundzwanzig Medienkonsumentinnen fragte ob sie erwarten, dass Redaktionen ausweisen Wenn ihre Beiträge mit Unterstützung von KI geschrieben wurden antworteten über vierundachtzig Prozent mit Ja.

00:14:41: Sollten Ringier unter Media also nicht eher auf das hören, was die Kundschaft verlangt?

00:14:47: Ringier verweist u.a.

00:14:49: auf die EU und ihren.

00:14:55: In Artikel fünfzig dieser Verordnung steht, dass keine Transparenz nötig sei wenn die KI-generierten Inhalte einer menschlichen Überprüfung oder redaktionellen Kontrolle unterzogen wurden und eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung der Inhalten trägt.

00:15:13: Neben Ringier und Thamedia verzichtet auch, dass Schweizer Radio-und Fernsehen – SRF auf eine Kennzeichnung von Texten wenn die Fakten überprüft worden seien und sie den Qualitätskriterien entsprechen.

00:15:26: Das hat das Konsumentenmagazin Saldo kürzlich erfragt.

00:15:30: Auf der anderen Seite erklärt der größte Schweizer Regionalverlag CH Media, daß eine Deklaration immer nötig sei, wenn Täuschungsgefahr für die Leserinnen und Leser bestehe.

00:15:41: Und bei der NCZ erstellt KI keine journalistischen Inhalte.

00:15:45: Zumindest im Ansatz orientieren sich damit CH-Media und die NCZ am Schweizer Presserad, der in seinem KI Leitfaden schreibt.

00:15:54: Inhalten, die mithilfe eines KI-Programms erstellt wurden sind als solche zu kennzeichnen.

00:16:00: Der Presserat empfiehlt diesbezüglich größtmögliche Transparenz.

00:16:04: Redaktionen sollten explizit angeben wo und wie sie KI Instrumente einsetzen.

00:16:10: Wie die Republik KI einsetzt, lesen Sie hier.

00:16:14: Die Meinungen darüber wie mit KI-generierten Inhalten umgegangen werden soll gehen also weit auseinander und es gibt keine zufriedenstellende Antwort auf die Frage was Tamedia mit Prüfen überarbeiten und frei geben genau meint.

00:16:29: Klar ist aber dass es der Leserschaft wichtig ist das Journalistinnen sorgfältig die Informationen prüfen die durch KI generiert wurden.

00:16:37: Über dreieinundneunzig Prozent der Befragten kreuzten diese Antwort in der Vög-Studie an.

00:16:43: Nur, wie können Leser sicher sein dass es in den Redaktionen künftig überhaupt noch genug Journalistinnen mit Erfahrung gibt die den KI Inhalt prüfen?

00:16:53: Die ihre Kontrollfunktion als vierte Gewalt wahrnehmen können?

00:16:57: Problematisch ist in diesem Zusammenhang nicht nur die Tatsache das JournalistInnen den Beruf verlassen sondern auch dass ihn immer weniger junge Menschen ergreifen.

00:17:08: Ein Beruf mit ungewisser Zukunft ist nicht attraktiv.

00:17:13: Wer in den Journalismus einsteigt, hat in aller Regel schon eine andere Ausbildung absolviert.

00:17:19: In der Deutschweiz wählen viele den Weg über einen Studiengang am MAZ in Luzern oder an der Fachhochschule ZHAHW in Winterthur.

00:17:29: Doch die vielen Sparrunden in den letzten Jahren und die schlechten Aussichten angesichts der KI-Entwicklung haben dem Ruf der Branche geschadet.

00:17:38: Am MAZ haben dieses Jahr zwar thirty-fünf Nachwuchsjournalistinnen ihre zweijährige Diplomausbildung abgeschlossen, so viele wie seit zwei Tausend einundzwanzig nicht mehr.

00:17:49: Doch das ist nur ein Ausreißer!

00:17:51: Denn letztes Jahr haben sich lediglich noch siebzehn Personen angemeldet... In den Spitzenzeiten seien es noch fünfzig bis sechszig gewesen, sagte MAZ-Präsident Felix E. Müller Ende Februar in einem Interview und kündigte den Abbau von acht Vollzeitstellen am MAZ an.

00:18:09: Zusätzlich schafft das Institut die Aufnahmeprüfung ab.

00:18:13: Etwas besser sieht es an der ZHAW aus wo Journalismus Kommunikation und Marketing im gleichen Studiengang unterrichtet werden.

00:18:22: Das FH-Studium in Kommunikation und Medien stößt nach wie vor auf großes Interesse, sagt Institutsleiter Guido Kehl.

00:18:31: Derzeit sei das Interesse für den Schwerpunkt Journalismus sogar leicht größer als für Kommunikations- oder Marketing.

00:18:38: Allerdings zeigen Umfragen der ZHAW, dass nach dem Studium ein größerer Teil in der Kommunikion landet.

00:18:46: Hatten sich in früheren Jahren bis fast die Hälfte für den Journalismus entschieden, sind es seit zehntausendachzehn nur noch zwischen zweiundzwanzig und dreihunddreißig Prozent.

00:18:56: Bisher fanden auch einige Quereinsteiger über Social Media Jobs oder andere redaktionelle Aufgaben im Journalismus – doch KI-Tools erschweren ihnen nun den Zugang!

00:19:06: Als CH-Media bei seinem Innerschweizer Partner TV-Sender Thela I letztes Jahr dem gesamten Team kündigte, das Untertitel für Sendungen produzierte, verlor auch Alan Matley seinen Nebenjob wie er der Republik berichtet.

00:19:19: Damit verdienten er und seine Kollegen zwar nur ein paar hundert Franken im Monat aber immerhin hatten sie einen Fuß in der Tür eines großen Medienunternehmens.

00:19:29: Es gab einige Fälle, wo die regelmäßige Präsenz in der Tele-Eins Redaktion zu Networking Chancen führte und eine weitere Tele-eins Anstellung nach sich zog", erzählt er.

00:19:40: Die nächste Tamedia-Sparrunde steht vor der Tür.

00:19:45: Am Ende bleibt die Frage ob es den Medienhäusern bei den KI-Anwendungen nur ums Sparen geht oder ob sie tatsächlich glauben damit besser zu werden.

00:19:52: Wir kennen die Antwort nicht Aber wir befürchten, dass die Kontrollfunktion des Journalismus als vierte Gewalt bedroht ist wenn auf den Redaktionen weniger Journalistinnen arbeiten, die den Mächtigen auf die Finger schauen können.

00:20:06: Ringier-Sprecherin Johanna Walzer schreibt das die Medienbranche in den kommenden Jahren markante Verschiebungen erleben werde aber daß man heute noch nicht seriös beziffern könne welche Funktionen davon in welchem Umfang betroffen sein werden.

00:20:21: Personalentscheide Schreibt sie.

00:20:23: Treffen wir auf Basis der Gesamtlage von Unternehmen und Markt, nicht als direkte Folge der Einführung einzelner

00:20:30: KI-Tools.".

00:20:32: Tamedia vermeldete Ende Januar den Abbau von fünfundzwanzig Stellen weil es zwei publizistische Bereiche fusioniert.

00:20:39: Auch Angestellte aus dem Korrektorat waren laut unseren Informationen betroffen was das Unternehmen aber nicht kommentieren will.

00:20:47: Sprecherin Carla Peterhans schreibt.

00:20:49: Es ist uns wichtig zu betonen, dieser Stellenabbau steht in keinem kausalen Zusammenhang mit der Einführung oder Nutzung von KI-Tools.

00:20:58: Technologie und KI seien niemals ein Ersatz für journalistische Entscheidungen.

00:21:04: Das oberste Ziel des Unternehmens sei es den Redaktionen unterstützende Werkzeuge an die Hand zu geben und repetitive Aufgaben zu automatisieren.

00:21:14: Bei der letzten großen Sparrunde hat Tarmedia-CEO Peppelschultz im Herbst, ... bis Ende September, ... keine Journalistinnen zu entlassen.

00:21:26: Ob KI den Bedarf an Journalisten verringert wird sich bei Tarmedia also schon bald zeigen!